Das ergonomische Büro – richtige Einrichtung des Arbeitsplatzes

Das ergonomische Büro – richtige Einrichtung des Arbeitsplatzes

Wie hoch soll ein Tisch sein, welche Sitzhöhe ist richtig? Wie hell und wie groß muss eine Arbeitsfläche sein? Erfahren Sie mehr über die optimale Einrichtung des ergonomischen Büros. 

Wie hoch soll ein Tisch sein, welche Sitzhöhe ist richtig? Wie hell und wie gross muss eine Arbeitsfläche sein? Die Einrichtung eines ergonomischen Büros ist zum Glück nur von einer Handvoll Faktoren abhängig. Dazu gehört das passende ergonomisch Mobiliar, aber auch entscheidende Details wie korrekte Positionen, Beleuchtung oder Ablagen. Kurz: alles, was die Beeinträchtigungen von Mensch und Arbeit gering hält.

Was ist Ergonomie?

Bei der Ergonomie am Arbeitsplatz geht es um Gesundheit und Wirtschaftlichkeit. So führt das falsche Sitzen nicht nur zu Haltungsschäden – es schränkt auch die Produktivität ein. Eine ergonomische Einrichtung lohnt sich für Arbeitgeber wie für Mitarbeiter. Grundsätzlich beschreibt der Begriff Ergonomie die perfekte Anpassung von Arbeitsbedingungen und Menschen. Dazu gehört es, Arbeitsumgebung im Sinn eines störungsfreien Arbeitsablaufs so zu optimieren, dass auch 40 Wochenstunden nicht zu einem Risikofaktor werden.

Der abrupte Wechsel vom Präsenzbüro in die mobile Arbeit im Jahr 2020 stellte viele Berufstätige vor die Frage, wie man das Homeoffice professionell einrichten kann. Eine Skepsis gegenüber mobiler Arbeit liess sich infolge meist auf unzureichende Einrichtung eines Arbeitsplatzes in den privaten Räumen zurückführen. Kurz: Nicht jeder Küchentisch eignet sich fürs Homeoffice.

Dabei führen teilweise schon kleine Veränderungen in der Einrichtung zu einer spürbaren Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Wenigstens ein passender Bürostuhl sollte man für den professionellen Arbeitsplatz investieren – im Idealfall natürlich in gut abgestimmte ergonomische Möbel und Zubehör.

Bild: Leuwico – Homeoffice Classic

Der ergonomische Arbeitstisch

72 Zentimeter ist das Standardmass vieler Tische. Viele Ratgeber zur Büroeinrichtung übernehmen diesen Wert – doch schon bei leicht abweichenden Körpergrössen und falscher Sitzhöhe kann diese Höhe schon unbequem werden. Die exakt passende Tischhöhe ist natürlich abhängig von Körpergrösse und Sitz: Zwischen 20 und 28 cm sollte die Arbeitsfläche über der Sitzhöhe liegen. Einfach einzustellen ist dies mit höhenverstellbaren Tischen, vor allem wenn mehrere Personen sich einen Platz teilen.

Das Endergebnis sollte sein: Ober- und Unterarme bilden einen Winkel von 90 bis 100 Grad zur Arbeitsfläche. Unterm Tisch muss Beinfreiheit bleiben: Schubladen, Papierkörbe oder Rechner gehören auf die Seite, damit sich die Beine frei bewegen können.

Bild: Höhenverstellbarer Tisch Canvaro von Assmann

Doch nicht nur die Höhe ist wichtig: Allgemein muss die Monitorgrösse mindestens 15 Zoll (38 cm Diagonale) überschreiten. Studien haben dazu auch gezeigt, dass das Arbeitstempo parallel zur Bildschirmgrösse zunimmt. Zur Schonung der Augen sollte der Monitor 50 bis 80 cm entfernt stehen – woraus sich von selbst die Tiefe des Arbeitstisches von min. 80 cm ergibt. Für ein wirklich entspanntes Arbeiten empfiehlt sich ausserdem eine stabile Tischplatte aus natürlichem und spiegelfreiem Material.

Der ergonomische Bürostuhl

Eine richtige Sitzhöhe ergibt sich aus den Massen von Beinlänge und Tischhöhe. Beim gesunden Sitzen sollten die Füsse gleichmässig auf dem Boden stehen können und die Sitzfläche mindestens 20 cm unter der Tischhöhe liegen. Bei Standardmassen liegt die Sitzhöhe dadurch zwischen 40 und 48 cm. Ein guter Bürostuhl ist aber selbstverständlich höhenverstellbar – schliesslich ist jeder Körper anders proportioniert. Idealerweise ist die Sitzfläche höhen- und tiefenverstellbar und kippfähig, die Rückenlehne neigefähig und die Polsterung atmungsaktiv.

Bei Kontakt mit der Rückenlehne sollte vorn noch etwas Luft zwischen Bein und Sitzkante sein, um Druckstellen zu vermeiden. Eine Standfestigkeit kann etwa durch fünf Rollen, bzw. Füsse gesichert sein. Um einen ermüdungsfreien Arbeitstag zu gewährleisten sollte man sich am Arbeitsplatz frei bewegen und aufstehen können. Eine weitere Hilfe können die Armlehnen sein: idealerweise sind sie gepolstert und ebenfalls höhenverstellbar, um Kollisionen mit der Tischplatte zu vermeiden.

Bild: Bürostuhl Creed von HÅG

 

Gutes Sitzen und Sehen

«Sitzen ist das neue Rauchen», sagen die Ärzte heute. Die eine und perfekte Sitzposition dürfte es damit also gar nicht geben – vielmehr eine schonende Folge von Sitzen, Stehen und Gehen, wozu sich Steh-Arbeitsplätze mit höhenverstellbaren Tischen und Lounge-Bereiche empfehlen.

Zwingt das Arbeitspensum doch einmal zum längeren Ausharren am Schreibtisch, gelten folgende Faustregeln: Sitzposition ist aufrecht und lässt sich variieren («dynamisches Sitzen»), der Kopf idealerweise leicht nach vorn geneigt, die Beine sind im Winkel von 90 Grad gebeugt, die Tastatur liegt frei und mindestens 10 cm von der Tischkante entfernt.

Dokumente haben hinter der Tastatur Platz, der Monitor ist flimmerfrei bei mindestens 85 Hertz und die Blickrichtung sollte quer zum Lichteinfall sein. Der Monitor darf nicht vor ein Fenster gestellt werden, um Blendungen zu vermeiden. Früher galt wegen Handschriften der Lichteinfall von links, bzw. bei Linkshändern von rechts als ideal.

Bild: Leuchte YARA.doubleT von Waldmann

 

Belüftung, Beleuchtung und Akustik am Arbeitsplatz

Mit Tisch und Bürostuhl beginnt die Ergonomie am Arbeitsplatz. Um Belastungen vorzubeugen, ist jedoch auch die gesamte Gestaltung der Arbeitsumgebung wichtig: ausreichende Beleuchtung (indirekte Beleuchtung plus Tageslicht) gehört ebenso dazu wie Lärmschutz (höchstens 55 dB) und ein gutes Raumklima, welches mit Belüftung, konstanter Luftfeuchte (um 50%) und einer ausgewogenen Temperatur (20-24 Grad C) erreicht wird. Es versteht sich von selbst: Schadstoffe haben in der Arbeitsumgebung nichts zu suchen.

 

Tricks bei der Arbeitsplatz-Einrichtung: Wichtige Details der Ergonomie

Oft lässt sich schon mit kleinen Tricks die Ergonomie der Arbeitsumgebung verbessern. Die Computer-Maus haben wir lange in der Hand – hier lohnt sich die Ausführung einer ergonomischen Variante. Auch mit der richtigen Neigung der Tastatur kann zum Beispiel der Ermüdung der Handballen entgegengewirkt werden: Dafür sollte sie möglichst flach aufgestellt sein (max. 15 Grad) und die kleinen Füsschen eingeklappt. Auch ein aufgeräumter Tisch erleichtert die Arbeit – die richtige Ablage hilft, Dokumente zu sammeln. Kabel gehören «aus den Füssen» und werden bevorzugt mit speziellen Haltungen, Wannen und Durchlässen geführt.

Bild: Ergonomische Maus HandShoeMouse Wireless von BakkerElkhuizen

Und immer wieder: Bewegung hilft. Der Körper braucht regelmässige Abwechslung der Position. Schon der kurze Gang zur Kaffeeküche ist eine wichtige Pause für Augen und Rücken – und fördert die Kreativität.

Weitere Informationen zur Ergonomie im Büro finden Sie auch hier: